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Werner Lämmerhirt “Halbe Ewigkeit”

Das lange erwartete, neue Album des Gitarrengroßmeisters Werner Lämmerhirt wird bald fertig und er hat mir die Ehre zuteil werden lassen, Teile davon mitzugestalten. Werner hat sich für Aquarelle und Kaffeebilder entschieden.

Für das Cover wird ein Portraitfoto des Wahnsinnsfotografen Manfred Pollert verwendet, mein Anteil sind ein paar Illustrationen und Strukturen im Booklet.

Die Kaffeearbeiten sollen als Hintergrund hinter den Titeln dienen, das Aquarell, auf dem Werner seine Knut Welsch Gitarre spielt, kommt einzeln ins Booklet und das Aquarell seiner Herkunft Berlin wird als Rückseite des Booklets Platz finden.

Leider hat es Werner nicht geschafft, bis zum Erscheinen des Albums durchzuhalten. Aber den fertigen Mix konnte er sich noch anhören.

 

Werner

 

Werner HG

 

Eine traurige Nachricht

Was soll ich sagen! Mein Freund Werner ist heute gestorben. Persönlich kannten wir uns erst seit einigen, wenigen Jahren, aber von der ersten Begegnung an war er offen, freundlich, witzig und großherzig. Wir hatten recht schnell eine vertrauensvolle Verbindung, vielleicht weil er wusste, dass wir einen gemeinsamen Freund hatten, aber auch weil seine Frau mich als ungefährlich einstufte. Ich durfte am Cover seines aktuellen Albums mitarbeiten und die letzte Woche seines normalen Lebens mit ihm verbringen.  Werner war zeitlebens ein Musterbeispiel für Ehrlichkeit und Geradlienigkeit. Nach jedem (!) Gespräch mit Werner wusste man, dass die letzten Minuten nicht umsonst waren. Er war so voller Liebe, dass man nicht umhin konnte, glücklich zu sein, wenn man ihm begegnete. Aber trotz seiner leicht gebeugten, physischen Körperhaltung war er auch einer der aufrechtesten Menschen, die ich kennenlernen durfte. Jedes Unrecht prangerte er an, war dabei aber nie unangenehm.

Ich weiß, dass Viele, die ihn kannten, in ihm hauptsächlich seinen Beruf sahen und seine menschliche Größe als angenehmen Nebeneffekt schätzten. Aber gerade meine Frau, die sich für Spieltechnik, Harmonielehre, Rhythmus und diesen ganzen Quatsch nicht interessiert und über ihn genauso denkt wie viele seiner engsten Freunde, ist das beste Beispiel dafür, dass Werner weitaus mehr war als sein öffentliches Bild. Es bricht mir das Herz, begreifen zu müssen, dass er jetzt nicht mehr greifbar ist. Also bleibt mir nichts als das obligatorische Zitat am Ende:

“…das Leben ist nicht fair, da mach ich mir nichts vor…”
Machs gut, Werner

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